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Vorschau zum achten Spieltag

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Auf so hohem Niveau wie vor diesem achten Spieltag zeigte sich die Tabellenspitze selten. Die ersten Drei haben mit 16, 17 oder 18 von 21 möglichen Punkten bislang aus den Vollen geschöpft, Bremen, Hamburg und Bayern bislang hochklassigen Fußball gezeigt. 18 Punkte aus 7 Spielen gab es auch in der Vorsaison, doch da hieß der Tabellenführer nicht Bayern, sondern Wolfsburg.

Die Wölfe waren das Team des ersten Saisonviertels und auch jetzt stehen sie auf Platz sechs gar nicht so schlecht da. Am achten Spieltag gab es dann aber mit der 0:3-Klatsche gegen Hannover einen Einbruch. Nun spielt der Tabellenführer von vor einem Jahr gegen den aktuellen, der VfL kommt in die Allianz-Arena und will doch mal testen, ob die Niederlage des Rekordmeisters in Hamburg nur ein Ausrutscher oder eine kleine Trendwende war. Die Vorzeichen sind alles andere als rosig für Wolfsburg, denn in München konnte man aus acht Spielen nur einen Zähler mitnehmen, kaum einer glaubt, dass sich daran an diesem Samstag etwas entscheidend ändern wird. Zu souverän wirken die Bayern zurzeit, das 0:2 der Vorwoche war zwar der erste Nichtsieg der Saison, aber fand auch bei einem ausgezeichnet aufgelegten Gegner mit Ambitionen auf die Champions League statt, sodass im Grunde alles beim Alten ist. Solche Spiele fährt man vornehmlich auf mäßigem Niveau und wenig spektakulär ein, so sollte es auch diesmal sein. Vielleicht macht aber auch eine Personalie den Unterschied, Michael Ballack kann nach einer Muskelverhärtung grippegeschwächt nicht auflaufen.

Ebenfalls eine Grippe hat Miroslav Klose, womit auch der Verfolger aus Bremen seine Aufstellung verändern muss, vermutlich wird ihn wie schon gegen Barcelona Valdez ersetzen. Das Spitzenspiel Dritter gegen Vierter in Berlin könnte eine enge Kiste werden, schließlich kommen die Herthaner mit einem souveränen Sieg aus der Europapokalwoche, während sich Bremen in Athen schon dem Champions League-Aus entgegen sah. Ein Sieg wahrt die Spitzenreiterträume der Werderaner, im Falle einer Niederlage erobert Berlin den eigenen dritten Platz. Der Samstag bringt zudem die Chance zur Rehabilitation für die UEFA-Cup-Ausscheider Mainz und Leverkusen. Während Erstgenannte sich gegen Sevilla nichts vorzuwerfen hatten und nun in Gladbach recht gute Außenseiterchancen haben, muss Bayer gegen Bielefeld Antworten geben. Die beiden 0:1-Niederlagen gegen Sofia waren enttäuschend, auch Rudi Völler konnte nichts mehr retten. Dieser sitzt mit hoher Sicherheit zum letzten Mal auf der Bayerbank, nach der Absage von Sammer will Leverkusen einen Nachfolger in der Hinterhand haben, ein Name wurde jedoch noch nicht genannt. Der 1. FC Köln will mit allen Kräften in die obere Tabellenhälfte zurückfinden, ein Sieg gegen Nürnberg käme da nicht schlecht. Schalke ist nach Hannover und Mailand auf dem Weg zurück in die Hochklassigkeit, Frankfurt sollte da kein Stolperstein werden. Zu guter Letzt wartet mit Hannover gegen Duisburg der Dreizehnte auf den Vierzehnten.

Wie spannend der Sonntag wird, hängt vor allem von den Ergebnissen von Bayern und Bremen ab. Mit Hamburg greift der derzeit Zweite einen Tag später ins Ligageschehen ein, beim 1. FC Kaiserslautern wird fest mit einem Sieg gerechnet, um womöglich bei einem Punktverlust der Münchner an die Ligaspitze zu stürmen. Der Gala gegen die Bayern folgte ein Zittersieg in höchster Not gegen Kopenhagen, die Motivation sollte da sein und mit einem Van der Vaart in der momentanen Form sollte das Spiel zum Selbstläufer werden, schließlich steht der Gegner aus der Pfalz vor einer teils schon begonnenen Krise. Das zweite Sonntagsspiel ist wohl das, was man als Richtung weisend bezeichnend darf. Völlig unter den Erwartungen gestartet sind Dortmund und Stuttgart, die mit je neun Punkten jenseits von Gut und Böse rangieren. Der Sieger im Westfalenstadion kann jedoch neuen Mut schöpfen und den Aufwärtstrend seiner Mannschaft fortsetzen, denn immerhin waren die letzten beiden Wochen für beide Teams weit positiver als der Rest davor. Als Favorit dürfte der Gast aus Stuttgart in die Partie gehen, die Schwaben mutierten in den letzten Jahren zu einem echten Angstgegner für Schwarz-Gelb, zudem wiegt der lange Ausfall von Koller scheinbar unüberwindlich schwer. Dortmund hat jedoch auch schon zuvor bewiesen, dass man auch ohne den Tschechen gewinnen kann, sodass das Ende des Spiels völlig offen ist.

01. Oktober 2005 - Marcel Hermes

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