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Vorschau zum sechsten Spieltag

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Der fünfte Spieltag ist noch nicht richtig verdaut, da steht auch schon der sechste vor der Tür. Noch am Sonntagabend wurde über Schalke debattiert, nur 48 Stunden später wartet die nächste Entscheidung über das Duell um die Tabellenspitze zwischen Bayern und Bremen. Am Mittwoch trifft der Dritte Hamburg auf teils gestärkte Stuttgarter.

Keine Zeit zum Durchatmen für die Bundesligisten, nach Länderspiel- und DFB-Pokal-Pausen gibt es am Dienstag und Mittwoch gleich die nächsten Spiele. Eine englische Woche wartet also erstmals auch für die Nichteuropateams, für die acht deutschen Vertreter in den internationalen Wettbewerben ist es die zweite in Folge und die Nationalspieler haben schon drei Stück auf dem Konto. Wem das noch nicht reicht, dem sei gesagt, dass auch in der kommenden Woche wieder Europapokal auf der Tagesordnung steht. So wird sich gerade in dieser schweren Saisonphase zeigen, für was die Vorbereitung der Teams getaugt hat, nach eher langsamem Auftakt kommt die Liga in Fahrt und das ist auch gut so.

Der Dienstag hält vier Spiele parat, mit Dortmund gegen Bielefeld und Hannover gegen Wolfsburg geht es in zweien um so etwas wie eine Richtungsweisung, denn nur der Gewinner hält den Anschluss ans obere Tabellendrittel. Für den neutralen Fan interessanter ist aber die zweite Hälfte der Dienstagspiele, Spitzenreiter Bayern München und der direkte Verfolger Werder Bremen kämpfen im Fernduell um den Platz an der Sonne, mit Frankfurt und Gladbach warten etwa gleich starke (schwache) Gegner. Jedoch müssen sowohl Bayern als auch Werder sich nun langsam auf Punkteinbußen zu Gunsten der Champions League einstellen, eine lange Fortsetzung der Münchner Erfolgswelle scheint ausgeschlossen, da die Belastungen doch enorm sind. Bereits am Samstag offenbarte München Konditionsschwächen, konnte diese aber gegen Hannover geschickt kaschieren und so das Spiel glücklich nach Hause schaukeln, ob dies auch in Frankfurt klappen wird, ist fraglicher, als es auf dem Papier den Anschein hat. Die Frankfurter Eintracht hat durch das Remis bei den ebenfalls als stark einzuschätzenden Hamburgern ein wenig Oberwasser, daheim gegen Bayern München ist man so stark wie kein anderes Bundesligateam. Die letzten drei Partien wurden jedoch allesamt nicht gewonnen, diesmal fehlt allerdings beim Gegner vor allem Michael Ballack, auch die Zwangspausen von Santa Cruz, Hargreaves und Pizarro werden nicht spurlos am Rekordmeister vorbei gehen. Es wird also in jedem Fall spannend, zumal Konkurrent Bremen diese Probleme nicht hat. Gegner Gladbach tritt auf der Stelle, musste am Samstag eine Niederlage hinnehmen, während die Bremer gegen Borussia Dortmund in einem Topspiel einen fulminanten Sieg hinlegten. Die Tendenz geht am Dienstag also zu einer Bremer Tabellenherrschaft, während die Bayern sich wohl schwer tun werden und sich nun einer etwas schwereren Ligaphase hingeben müssen.

Das besondere Augenmerk geht am Mittwoch auf das rheinische Duell zwischen Leverkusen und Köln. Die Bayer-Elf trennte sich jüngst von Trainer Augenthaler und konnte am Sonntag unter Noch-Interimscoach Rudi Völler einen moralstarken Sieg einfahren. Es muss sich zeigen, ob der kurze Euphoriestoß mit ins Derby genommen werden kann, Probleme bereitet sicher die kurze Pause zwischen den Spielen. Köln hatte da einen Tag mehr und kommt ebenfalls mit einem guten Gefühl ins benachbarte Leverkusen. Mit drei Siegen steht der FC völlig unerwartet auf Rang fünf, zwar trüben auch zwei Niederlagen das Bild, aber insgesamt ist der Aufsteiger die aktuelle Überraschung der Liga. All das verspricht ein offenes und spannendes Aufeinandertreffen der beiden Vereine, Ende offen. Während bei den Spielen Berlin gegen Duisburg und Lautern gegen Mainz die Kontrahenten zehn Plätze auseinander liegen, trennen Nürnberg von Schalke noch drei Stück mehr. Demnach geht Schalke als Favorit in die Begegnung, hat aber nach drei Unentschieden in Folge einen kleinen Hänger und muss den aktuellen Zoff um Rudi Assauer verdauen. Trotzdem sollte der Sieg nicht in Gefahr sein, zumal Nürnberg aufgrund eines Mittelfußbruches zwei Monate auf Torjäger Mintal verzichten muss. Das eigentliche Topspiel des Spieltags findet aber in Stuttgart statt, mit Hamburg kommt ein starker Gegner, der beweisen muss, was der erste Saisonsieg der Schwaben vom Samstag wert ist. Die Statistik spricht eindeutig für den VfB, 20 der letzten 21 Heimspiele gewann Hamburg nicht, der HSV muss zudem das schwache 1:1 gegen Frankfurt verdauen. Für Spannung ist also auch hier gesorgt, sodass dieser Spieltag sicher nicht in der Versenkung verschwinden wird, wie es sonst bei Englischen Wochen oft der Fall ist.

20. September 2005 - Marcel Hermes

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