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Alles oder nichts in Wolfsburg

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In der 1. Bundesliga stehen am heutigen 34. und damit letzten Spieltag die endgültigen Entscheidungen in Sachen Nichtabstieg und direkter Champions League-Teilnahme auf dem Programm. Ebenso wie am vergangenen Wochenende werden alle neun Partien parallel um 15:30 Uhr angepfiffen, für Spannung ist gesorgt, auch wenn sieben Spiele freundschaftlich ablaufen werden.

In Hamburg kämpfen der HSV und Werder Bremen im direkten (Nord-)Duell um den zur direkten Champions League-Qualifikation berechtigenden 2. Rang. Lange Zeit sah es nicht danach aus, dass sich die Hamburger diesen noch einmal streitig machen lassen würden, aber durch die beiden Niederlagen gegen Bayer Leverkusen und Hertha BSC konnten die Bremer den zwischenzeitlichen Fünf-Punkte-Rückstand bis auf einen wettmachen und wittern nun ihre Chance im direkten Duell. Während den Hamburgern aber ein Unentschieden reicht, ist die Truppe von Trainer Thomas Schaaf auf drei Zähler angewiesen. Und dass dies kein Ding der Unmöglichkeit ist, beweist zum einen Hamburgs mäßige Heimbilanz der letzten fünf Spiele (drei Niederlagen) und zum anderen Bremens nach wie vor hervorragend arbeitende Offensive (zuletzt sechs Tore gegen Köln).

Beim zweiten absoluten Tageshöhepunkt kommt es zum Aufeinandertreffen zwischen Gastgeber VfL Wolfsburg und dem 1. FC Kaiserslautern. Für beide Teams geht es dabei um alles oder nichts. Die mittlerweile nur noch um einen Zähler schlechter platzierten "Roten Teufel" konnten sich in den letzten Spielen durch einen Kraftakt (zuletzt 1:1 gegen Bayern München) ihre Chancen auf den Klassenerhalt bewahren, während in Wolfsburg offenbar der Ernst der Stunde erst reichlich spät Einzug in die Köpfe der Mannschaft erlangt hat. Das Stadion ist zur Freude aller Fußballfans laut Manager Klaus Fuchs bis auf den letzten Platz ausverkauft und die Pressetribüne ebenfalls dementsprechend begehrt. Aus der Pfalz werden einige tausend mitgereiste Fans erwartet. Während den Gastgebern aufgrund des Einpunktevorsprungs auch ein Unentschieden genügt, zählt für die Mannschaft von FCK-Trainer Wolfgang Wolf nur der Sieg.

Angesichts dieser beiden Endspiele verschwinden die übrigen sieben Partien des Spieltags natürlich etwas in der Bedeutungslosigkeit, nichtsdestotrotz geht es dabei noch um geldwerte Platzierungen. Das Duell der 90er Jahre zwischen dem frischgebackenen Deutschen Meister Bayern München und Borussia Dortmund ist da wohl ein schlechtes Beispiel. Während es für die Bayern, denen der erste Platz wie gesagt nicht mehr zu nehmen ist, nur noch um die Kür geht, ist für die Borussen unter Mithilfe von Hertha BSC der sechste Platz noch möglich, der zum Einzug in den UI-Cup berechtigen würde. Ob sich der Hauptstadtklub allerdings die Blöße geben wird, hängt natürlich in hohem Maße vom heutigen Gegner 1. FC Nürnberg ab. Die Franken, zuletzt exzellent aufgelegt und frühzeitig gesichert, wollen im letzten Heimspiel ihre Serie zuhause am liebsten auf 24 Punkte aus neun Spielen in diesem Jahr ausbauen und den siebten Heimsieg in Folge feiern. Rein theoretisch haben die Berliner auch noch Chancen auf den UEFA-Cup, was aufgrund der deutlich schlechteren Tordifferenz von 10 Toren allerdings kaum machbar sein dürfte. Für Frankfurt und Gladbach ist die Saison dagegen schon gelaufen, beide Teams können sich maximal noch im Ranking verbessern. Die Frankfurter haben durch die Finalteilnahme des DFB Pokal und der Tatsache, dass der damalige Finalgegner Bayern München als Meister in der Champions League antritt, die Teilnahme am UEFA-Cup bereits gesichert.

Dort stand 2005 aufgrund der Fairplay Wertung auch Mainz 05. Dafür hat es diesmal zwar nicht gereicht, aber der nun schon zum zweiten Mal in Folge erreichte Klassenerhalt sorgt für Zufriedenheit in der Karnevalshochburg. Der MSV hingegen muss sich schon nach einer Saison wieder in die Zweitklassigkeit verabschieden, genauso wie der 1. FC Köln, für den der Verbleib in Liga 1 in dieser Saison ebenfalls eine Nummer zu groß war, unabhängig davon, wie das heutige Heimspiel gegen Arminia Bielefeld auch ausgehen mag. Die Ostwestfalen wurden nach den Abgängen von Trainer Uwe Rapolder, Owomoyela sowie Buckley vor der Saison als heißer Absteiger gehandelt. Thomas von Heesen schaffte es aber in beeindruckender Weise die Mannschaft ähnlich gut einzustellen, sodass man lange Zeit nichts mit dem Abstieg zu tun hatte. Warum dieser zum Ende doch noch einmal Thema werden musste, weiß in Bielefeld zwar so wirklich niemand, insgesamt kann die Saison aber als zufriedenstellend verbucht werden. Komplettiert wird der letzte Spieltag durch die Partie zwischen Hannover 96 und Bayer Leverkusen. Während Hannover in dieser Spielzeit wieder weit hinter den eigenen Ansprüchen zurückgeblieben ist, haben die Leverkusener ihr Saisonziel UEFA-Cup auch rechnerisch nahezu erreicht. Wie erfolgreich der Werksklub international abschneiden wird, hängt allerdings auch davon ab, ob Tottenham ihre Ankündigung wahr macht und die 15,7 Mio. Euro für den seit 2001 bei Bayer 04 unter Vertrag stehenden Berbatov auf den Tisch legt. Einziges Trospflaster dann: Mit Stefan Kießling kommt eine der verheißungsvollsten deutschen Sturmhoffnungen und auch Weltmeister Juan hat seinen Vertrag vorzeitig um ein Jahr bis 2009 verlängert.

13. Mai 2006 - Marcel Hermes

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