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Showdown in Frankfurt und Wolfsburg

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Englische Wochen heißt es diesen Spieltag in der 1. und 2. Fußballbundesliga. Die aufgrund des DFB-Pokalfinals verschobenen Begegnungen des 32. Spieltags finden deshalb ungewöhnlicherweise am heutigen Dienstag bzw. morgigen Mittwoch um 20 Uhr statt. Die Augen sind gerichtet auf den Abstiegskampf, aber auch das noch nicht entschiedene Titelrennen verspricht Spannung.

In Frankfurt und Wolfsburg kommt es dabei vermutlich zu Vorentscheidungen im Abstiegskampf. Der frischgebackene DFB-Pokalsieger FC Bayern München könnte gegen Stuttgart den zweiten Titel binnen vier Tagen perfekt machen, sollte Verfolger Hamburger SV beim Tabellensiebzehnten aus Köln kein Dreier gelingen. Nach dem 3:1 Erfolg gegen Duisburg hat Köln jedoch wieder Blut geleckt und möchte sich die Minimalchance auf den Klassenerhalt wenn möglich durch einen Sieg gegen die Hamburger aufrechterhalten, auch wenn man mit vier Punkten Abstand aufs rettende Ufer auf die Mithilfe der Konkurrenz angewiesen ist. Die Elf von Trainer Thomas Doll hat ihre Chance, am Ende doch noch die Meisterschale in den Händen zu halten, vermutlich durch die 0:2-Niederlage gegen Bayer Leverkusen am letzten Spieltag in der heimischen AOL Arena verspielt. Allerdings ist van Buyten und Co. gut daran getan, sich dennoch in die letzten drei Partien voll reinzuhängen, möchte man sich am Ende nicht gar auf Platz 3. wiederfinden.

Von dieser Tabellenregion haben sich die Berliner Hertha und Bayer Leverkusen schon früh in der Saison verabschieden müssen. Allerdings geht es heute Abend im finalen WM-Rund zu Berlin um nicht viel weniger, nämlich den Einzug in den UEFA-Cup. Dabei genießen die derzeit auf Platz 5 rangierenden Leverkusener die mit zwei Punkten leicht bessere Ausgangsposition. Einen Sieg vorausgesetzt, wäre ihnen der europäische Wettbewerb also nur noch schwer zu nehmen. Dafür spricht Bayers äußerst erfolgreicher Lauf der letzten Wochen, aber auch Berlin präsentierte sich zuletzt in durchaus guter Verfassung. Hannover 96 empfängt heute abend Borussia Dortmund, die sich vergangene Woche zeitweise mit einem möglichen Abgang ihres Trainers Bert van Marwijk zu PSV Eindhoven beschäftigen mussten. Laut Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sei dieses Thema aber erledigt. Van Marwijk habe einen Vertrag bis 2007 und dabei bliebe es. Allerdings wären die Aussichten in Eindhoven deutlich erfreulicher. Während man sich in Dortmund zuletzt noch Chancen auf das Erreichen des UEFA-Cups ausgerechnet hatte, lehrte die jüngste Vergangenheit anderes. Nach nur einem Sieg aus den letzten vier Spielen sorgten die Mitkonkurrenten für einen Abstand von nunmehr sechs Zählern auf Rang fünf. In Hannover hingegen hat nach dem furiosen Start unter Trainer Peter Neururer wieder die triste Durchschnittlichkeit eingesetzt und auch der Abstieg in Liga 2 ist wieder ein Thema. Allerdings beträgt der Vorsprung auf Rang 16 ganze sechs Zähler. Bei einem Sieg der Hannoveraner wäre der Nichtabstieg aufgrund des deutlich besseren Torverhältnisses also zu angrenzender Wahrscheinlichkeit in trockenen Tüchern.

Ebenso noch nicht zu hundert Prozent gesichert, aber so gut wie durch sind der 1. FC Nürnberg sowie Borussia M'Gladbach. Die Bilanzen von Hans Meyer und Horst Köppel weisen einen bzw. zwei Punkte mehr als die Hannoveraner aus und befinden sich damit im unteren Mittelfeld der Tabelle. Die unter Coach Hans Meyer wiedererstarkten Nürnberger waren in der Rückrunde zuhause von sieben Spielen sechsmal siegreich, während bei Gladbach in gleicher Zeit gerademal ein mageres Auswärtspünktchen zu Buche schlägt. Von der Statistik her also eine klare Sache, aber beide Mannschaften streben nach einem versöhnlichen Saisonabschluss. In der ersten Partie am Mittwoch empfängt der DFB-Pokal Zweitplatzierte Eintracht Frankfurt in der Commerzbank-Arena den 1. FCK. Beide Teams befinden sich zum jetzigen Zeitpunkt in beängstigender Nähe zur 2. Liga (Platz 13 und 16), Frankfurt hat dabei noch vier Zähler mehr auf der Habenseite (34). Zwar könnte die Truppe um Alexander Meier bei einem Sieg den Klassenerhalt bereits perfekt machen, käme bei einer Niederlage allerdings noch einmal in bedrohlichste Abstiegssorgen. Kaiserslautern reist wie gewohnt mit einem außerordentlich jungem Aufgebot in die Bankenmetropole, sodass es zumindest an Motivation nicht mangeln dürfte. Und auch in Wolfsburg geht es morgen um alles oder nichts. Der Werksklub gewann zwar zuletzt 1:0 in Bielefeld, befindet sich jedoch nach wie vor nur drei Punkte entfernt von Rang 16 in der Sandwichposition, nämlich zwei Punkte dahinter und somit nur einen Punkt vor Kaiserslautern, hält sich derzeit der FSV auf. Obwohl man gegen Rekordmeister Bayern am letzten Spieltag zuhause ein Remis erreichen konnte, zählt die Karnevalsmetropole immer noch zu den am heißesten gehandelten Abstiegskandidaten.

Und weil der heutige Spieltag ganz im Zeichen des Ab- bzw. Nichtabstiegs steht, wird dieser Kreis durch das Bielefelder Gastspiel auf Schalke an diesem Spieltag komplettiert. Nach der bitteren Niederlage gegen Wolfsburg, möchte die Elf von Trainer Thomas von Heesen das Thema Abstiegskampf durch einen dreifachen Punktgewinn endlich vom Tisch wischen, natürlich immer vorausgesetzt, Kaiserslautern kommt zu seinem Auswärtserfolg in Frankfurt. Aber auch eine Niederlage würde den Ostwestfalen noch kein Bein brechen, betrüge der Abstand auf Rang 16 dann doch immernoch mindestens vier Zähler. Das wohl entspannteste Spiel des Tages findet zweifelsohne zwischen dem frischgebackenen Pokalchampion Bayern München und VfB Stuttgart statt. Für die Schwaben ist der UEFA-Cup Zug mittlerweile abgefahren. Müsste man sich zwanghaft ein Ziel suchen, wäre das wohl der versöhnliche Saisonabschluss oder auch die ungebliebte UI-Cup Platzierung. Bei Bayern konnte man nach dem gewonnen Finale erstmal ausgeruht feiern, nicht zuletzt weil dem HSV am vorverganenen Wochenende gegen Leverkusen die Puste ausgegangen war. Zwar beträgt der Abstand "nur" fünf Punkte, hinsichtlich der Tatsache, dass die Bayern die Bayern sind, aber ein Quantensprung, wenn man bedenkt, dass nur noch neun Punkte zu vergeben sind. Und auch für die Bremer geht es im Prinzip um nicht mehr viel. Von Schalke (4.) ist bei sechs Punkten Rückstand sicherlich keine Gefahr mehr zu erwarten, einzig und allein Platz 2 reizt die Mannen um Mittelfeldregisseur Johan Micoud noch. Nachdem in den letzten Wochen vor allem viel von möglichen Transfers für die nächste Saison zu hören war (Valdez, Metzelder), wollen die Grün-Weißen jetzt noch einmal alles geben, um vielleicht - entsprechende Mithilfe der Hamburger vorausgesetzt - doch noch Platz 2 attackieren zu können und die damit verbundene direkte Champions League Teilnahme zu erreichen.

02. Mai 2006 - Marcel Hermes

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