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Die Saison beginnt mit Bayernsieg

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Der Ball rollt wieder. Mit einem 3:0-Erfolg über Borussia Mönchengladbach hat der amtierende Deutsche Meister Bayern München die neue Bundesligasaison eröffnet. Lange Zeit war alles offen, doch am Ende brachte Roy Makaay mit zwei Treffern die Entscheidung in einem ausgeglichenen Spiel.

Traditionell hatte der Meister die Ehre, schon einen Tag vor den anderen Mannschaften das erste Saisonspiel zu bestreiten. Bei frühherbstlichem Wetter bildete die Begegnung gegen Mönchengladbach nicht nur das Eröffnungsspiel der nun laufenden Saison, sondern zugleich das erste Bundesligaspiel in der neuen Allianz-Arena, die zum Debüt mit 66.000 Zuschauern auch gleich ausverkauft war. Die Eröffnungsfeier, wenn man sie denn so nennen möchte, gestaltete sich gewohnt spartanisch, nach kurzem allgemeinen Fahnenschwenken erklärte Ligachef Hackmann die Saison kurz wie überflüssig für eröffnet. Was nun folgte, waren 90 Minuten, die durchaus Lust auf mehr machten.

Die Hausherren aus München zeigten sich in gewohnter Aufstellung, einzig Neuzugang Ismael wirkte noch etwas fremd im roten Trikot, für den an der Achillessehne angeschlagenen Schweinsteiger spielte Demichelis. Auch auf Gladbacher Seite gab es keine Überraschungen zu vermelden, mit Bögelund, Helveg und Oude Kamphuis zeigten sich drei Neue in der Startaufstellung. Giovane Elber fand sich zunächst auf der Bank wieder, sein angekündigter Nacktauftritt im Falle eines Tores musste vorerst verschoben werden. So ging es dann in die ersten Minuten der WM-Saison, nach deren letzten ein deutscher Titelgewinn stehen soll.

Es entwickelte sich wie erwartet ein hektisches Spiel mit gemächlichen Aktionen im Mittelfeld, viele Fouls ließen keinen Spielfluss aufkommen. Doch bald war die Anfangsnervosität abgelegt und die Bayern versuchten ihrer Favoritenrolle gerecht zu werden. Die Gäste vom Niederrhein waren in der vergangenen Saison fast abgestiegen, doch mit dem neuen Trainer Köppel kam wieder so etwas wie ein Aufleuchten in die Mannschaft und das zeigten die in Weiß spielenden Gladbacher auch. München hatte zwar keine großen Mühen, die gegnerischen Anstrengungen zu parieren, aber echte eigene Aktionen wollten auch nicht gelingen. Einige kleine Torchancen rechts wie links später war es dann aber doch die Mannschaft ganz in Rot, die das Heft in die Hand nahm. Thomas Helveg wurde als Abwehrkoordinator zunehmend unsicherer und leistete sich in der 28. Spielminute gegen Santa Cruz einen dicken Bock. Dieser passte in den Lauf von Hargreaves, der aus 14 Metern den Ball gekonnt in den Giebel schlenzte. Bayern führte nicht ganz unverdient mit 1:0 und hatte von nun an alles unter Kontrolle. Das Spiel krankte zwar nach wie vor an vielen Fehlpässen und Ungenauigkeiten, dennoch waren viele Aktionen schön anzusehen und führten dann und wann zu guten Torgelegenheiten. Als sich beide Teams schon auf den Halbzeittee vorbereiteten, drohte plötzlich die Kontrolle der Bayern zu fallen. Ismael sah schon nach zehn Minuten die Gelbe Karte, zupfte nun Gegenspieler Neuville leicht aber deutlich am Trikot und sah von Schiedsrichter Gräfe zurecht regelkonform die Ampelkarte – Bayern in der zweiten Halbzeit in Unterzahl und mit der schweren Japanreise und nur zwei vollen Trainingstagen belastet, Gladbach schöpfte neuen Mut.

Nach dem Wechsel jedoch sah es zunächst so aus, als könne München in seiner klassischen Art und Weise die knappe Führung über die Zeit retten, ohne viel Laufarbeit wurde der Gegner an der kurzen Leine gehalten. Gladbach spielte zwar engagiert und auf den Ausgleich ausgerichtet, konnte aber an Spielstärke nicht mit dem einstigen Rivalen mithalten und musste so über den Kampf punkten. Fast wäre dies auch gelungen, denn die Leine wurde immer poröser und war kurz vorm Reißen. München spielte nun zu lässig, während die Borussen dem Tor von Kahn gefährlich nahe kamen. Dann kam auch noch Elber als zusätzlicher Stürmer, die Möglichkeit zum Ausgleich war durchaus da. Doch wenn eine Mannschaft am meisten wankt, hilft am besten ein Tor und wenn man dann noch Roy Makaay in den eigenen Reihen hat, dann kann das ja nur klappen. So geschah es dann auch, mitten in die stärkste Phase der Gäste erzielte Makaay zunächst das 2:0 in der 86. Minute, drei Minuten später das 3:0 und kurz darauf verpasste er den Hattrick nur um wenige Zentimeter. Viel Freude in München, Resignation, aber auch Einsicht in Mönchengladbach.

Der 3:0-Erfolg ist zwar zu hoch ausgefallen, aber die drei Punkte für Bayern München gehen absolut über 90 Minuten gesehen in Ordnung. Nach einer Stunde schien der Meisterexpress ins Stoppen zu kommen, in Unterzahl drohte die Kondition verloren zu gehen und kämpferische Gegner drängten auf den Ausgleich. Dann jedoch kam die meisterliche Befreiung, wie sie derzeit wohl nur der FC Bayern auf die Bühne kriegt. Gladbach darf nicht allzu traurig sein, am Niederrhein hat man andere Ziele, als seine Punkte in der Allianz-Arena zu holen. Die Mannschaft zeigte sich schwächer als der Gegner, kam jedoch über eine gute taktische Arbeit zu ihren Möglichkeiten. Dass es am Ende nicht zu einem Punkt reichte, ist ärgerlich, aber gerecht. Was bleibt ist ein interessantes Eröffnungsspiel, da hat es in der Vergangenheit schon Schlechteres gegeben.

05. August 2005 - Marcel Hermes

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