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Vorschau zum sechzehnten Spieltag

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Nachdem sich gestern Abend der Fokus der Weltöffentlichkeit auf Leipzig richtete, um die gigantische Auslosungsgala für die Weltmeisterschaft nächstes Jahr in Deutschland mitzuerleben, erhält heute nun der allwöchentliche Bundesligaalltag wieder Einzug in die Gemüter und wartet mit sieben interessanten Partien auf.

Der Hamburger SV, derzeit Bayernjäger Nr. 1, empfängt in der heimischen AOL Arena die alte Dame aus Berlin. Nach dem Herthaner Sieg am letzten Wochenende in Leverkusen hat die Elf von Trainer Falko Götz Blut geleckt und möchte wenn möglich zumindest einen Punkt aus der Hansestadt entführen. Bei den Hamburgern, die in den nächsten zwei Monaten auf Superstar Rafael Van der Vaart verzichten müssen, fällt auch der in dieser Saison glänzend aufgelegte David Jarolim aufgrund seiner fünften Gelben Karte aus. Doch auch die Hauptstädter, die aus den letzten vier Partien in Hamburg keinen einzigen Punkt mitnehmen konnten, sind nicht ohne Personalsorgen und bangen noch um die Einsätze von Niko Kovac (Rückenverhärtung), Malik Fathi (Stauchung des Fußgelenks) und Josip Simunic (Zehenprellung). Solche Probleme hat Noch-Trainer Ralf Rangnick auf Schalke derzeit nicht, denn die Knappen können, abgesehen von den langzeitverletzten Azaouagh, Pander und Co., aus den Vollen schöpfen. Die mittlerweile schon zehn Punkte hinter Spitzenreiter FC Bayern liegenden Königsblauen bekamen nach ihrem Champions League-Aus gestern dann den nächsten Knüppel in die Beine geworfen. Trainer Ralf Rangnick verkündete, seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag nicht verlängern zu wollen. Es ist sogar nicht unwahrscheinlich, dass schon zu Beginn der Rückrunde ein anderer auf dessen Stuhl an der Seitenlinie platznehmen wird. Eine ähnliche Situation findet man derzeit in Stuttgart vor. Startrainer Giovanni Trappatoni und sein Assistent Andreas Breme blieben bisher weit hinter den Erwartungen der Schwaben zurück. Besserung scheint nur bedingt in Sicht. Ein Sieg beim krisengeschüttelten VfL Wolfsburg, der in bekannter Manier nach starkem Saisonstart mal wieder völlig abbaute, würde da schon für Abhilfe sorgen. Allerdings sind die Wölfe diese Saison zuhause noch ungeschlagen, genau wie der VfB auswärts.

In den weiteren Samstagspartien empfängt der MSV Duisburg zuhause Arminia Bielefeld. Für die Zebras ist es das erste Spiel nach der Trainerentlassung von Norbert Meier und nach "nur" einem Punkt aus dem Nachholspiel gegen Köln zugleich kein unwichtiges. Auch wenn der Abstand auf Platz 15. lediglich zwei Zähler beträgt, wäre das Überwintern auf einem Nicht-Abstiegsplatz von erheblicher psychologischer Bedeutung. Eintracht Frankfurt hingegen kann sich aller Voraussicht nach schon mit dem eben beschriebenen Gedanken anfreunden, denn bei drei Punkten Abstand auf Rang 16. und noch einem Nachholspiel können die von Friedhelm Funkel trainierten Bankstädter relativ beruhigt der Winterpause entgegen blicken. Drei Punkte weniger als Frankfurt hat derzeit Altmeister Nürnberg. Die Franken, die auch diesen Spieltag noch auf Torjäger Marek Mintal verzichten müssen, treffen im heimischen Stadion auf Bayer Leverkusen. Nach der unglücklichen Niederlage der Werkself letzten Spieltag gegen Hertha, müssen die auf Platz 11 stehenden Leverkusen unbedingt gewinnen, um den internationalen Wettbewerb nicht schon völlig aus den Augen zu verlieren. Diesem ist Hannover 96 zur Zeit überraschenderweise näher als manch anderer Klub. Unter Peter Neururer scheinen die Niedersachsen wieder richtig aufzublühen. Da sollen auch die ähnlich gut platzierten Gladbacher kein Hindernis sein, bei denen Coach Horst Köppel noch auf einen möglichen Einsatz von Nationalspieler Marcel Jansen hofft, der in der letzten Partie beim Club verletzungsbedingt passen musste.

Die beiden Sonntagsspiele werden diesmal von der Tabellenspitze dominiert. Titelverteidiger Bayern München empfängt in der heimischen Allianzarena die roten Teufel aus Kaiserslautern und im zweiten Spiel hat Köln zuhause den Drittplatzierten Werder Bremen zu Gast. Lautern holte aus den letzten neun Partien klägliche zwei Zähler. Ob sich diese Billanz gerade beim großen FC Bayern verbessern sollte, ist mehr als fraglich. Schon jetzt lässt sich sagen, dass Wolfgang Wolf in der Winterpause sicherlich mehr arbeiten als Weihnachten feiern wird. Da steht es um die Geißböcke schon wesentlich besser, auch wenn die Billanz nur drei Zähler mehr aufweist. Doch das Team von Uwe Rapolder ist deutlich intakter als die Hühnerschar vom Betzenberg.

10. Dezember 2005 - Martin Busch

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