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Vorschau zum fünfzehnten Spieltag

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Noch drei Spieltage sind es bis zur Winterpause, aber noch kein Verein kann sich mit Urlaubsgedanken beschäftigen. Während in Kaiserslautern ein kaputtes Dach ein Fußballspiel unmöglich macht, wartet auf den VfB Stuttgart ein Schicksalsspiel. Gegen Bayern München geht es weniger um die drei Punkte, entscheidend ist der Blick auf die Moral in der Truppe.

Das Fußballleben in Stuttgart gestaltet sich in diesen Tagen fast schon surreal. Trapattoni ist der Ritter gegen Windmühlen, der Druck von allen Seiten ist spürbar und dann und wann spielt die Mannschaft auch das erwartete System, aber irgendwie gibt es nach Höhen auch ganz schnell wieder Tiefen, es scheint wie verhext. Betrachtet man die Fakten, dann erstaunt es ein wenig, dass die Schwaben nun seit acht Spielen keine Niederlage haben hinnehmen müssen, überhaupt verlor der VfB erst zweimal und ist in dieser Hinsicht nach München, Hamburg und Schalke Ligaspitze. Die Freude über diese Statistik währt nicht lange, denn schweift man den Blick etwas nach links, dann stehen dort neun Unentschieden und damit ist Stuttgart sogar noch vor den Bayern, so oft hat keiner Remis gespielt. Die drei Siege sind letztlich auch eher Absteigerniveau, also ist das Wort „Krise“ gar nicht einmal so weit hergeholt, bedenkt man doch, dass Stuttgart nach dem enttäuschenden Saisonabschluss im Vorjahr nun zum Rundumschlag ausholen wollte. Vielleicht gelingt dieser nun gegen Bayern München, die Hoffnung stirbt zuletzt, auch wenn ein Sieg gegen den Rekordmeister in dieser Saison nur den ganz großen Rivalen vorbehalten ist, außer Hamburg und Turin ist das noch keinem gelungen. Schalke brachte das Kunststück eines Unentschieden hin, alle übrigen Pflichtspiele gewann München und um es einmal so zu sagen: Der Weg zur Meisterschaft kann nur über die Bayern führen. Nachdem das nun geklärt wäre, bleibt für den neutralen Zuschauer also die Hoffnung auf einen starken VfB, damit die Liga so spannend bleibt, wie sie es lange Zeit war. Der Rückenwind für Stuttgart ist jedenfalls vorhanden, erreichte man doch unter der Woche ohne eigenes Handeln die Zwischenrunde im UEFA-Cup.

Das aus Bremen und Hamburg bestehende Verfolgerfeld hat es an diesem Samstag im Parallelflug daheim mit zwei Abstiegskandidaten zu tun. Duisburg und Köln heißen die Gegner, beide Teams hatten in der Vorwoche unfreiwillig spielfrei. Einen Sieg zweifelt in den Hansestädten kaum einer an, ein anderen Spielausgang kann sich ohnehin keiner erlauben. Hamburg ist zwar keines der Topheimteams und Köln auch nicht das schlechteste Auswärtsteam, aber auch wenn die letzten beiden Spiele nicht verloren wurden, so bleibt beim FC die Negativserie von acht sieglosen Partien bestehen. Bremen und Duisburg, Zweiter Heim gegen Letzter Auswärts, werden ebenfalls kaum Überraschungen bescheren, auch wenn bei Werder neben Klasnic und Klose auch Frings nicht auflaufen wird. In den übrigen Samstagsspielen will Gladbach gegen Nürnberg den Weg auf einen UEFA-Cup-Platz finden, Dortmund will das auch, muss dafür aber im ersten Spiel im Signal Iduna Park gegen Hannover gewinnen, das mit Peter Neururer noch nicht verloren hat. Bielefeld und Schalke komplettieren den Bundesligasamstag.

Am Sonntag stellt sich die Frage, in welche Richtung es mit Hertha BSC Berlin geht. Seit einiger Zeit hakt es im Kreativspiel, der gute Saisonstart konnte nicht konserviert werden und es droht nach viel Auf und Ab ein kleiner Fall auf Rang sieben. In Leverkusen ist man mit dem Saisonverlauf auch nicht glücklich, hofft aber, dass man die gute Heimbilanz gegen Berlin weiter ausbauen kann und damit aus dem Tabellenniemandsland entflieht. Wolfsburg zeigt ein fast schon gewohntes Bild, begann recht gut und wurde für den Europapokal gehandelt, doch beginnt nun wie immer den Sturz ins Mittelfeld der Tabelle. In Mainz muss daher der Trend gestoppt werden, was sicher nicht leicht wird, schließlich haben die Rheinhessen noch nie aufgesteckt und auch in ihren Niederlagen einen ehrgeizigen und mutigen Fußball präsentiert, der nun gegen die Wölfe mit ihrer Spielweise zur Stolperfalle werden könnte. Der Trend geht also eher in Richtung Mainzer Heimsieg, sollte der gelingen, dann wäre ein Überwintern auf einem Abstiegsplatz fast ausgeschlossen, was die Weihnachtstage merklich verschönern würde.

03. Dezember 2005 - Marcel Hermes

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