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Vorschau zum dreizehnten Spieltag

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Die Liga meldet sich zurück aus der Länderspielpause, gleich zwei neue alte Trainer geben am 13. Spieltag ihren Einstand. In Nürnberg strebt Hans Meyer die Trendwende an, will den letzten Tabellenplatz verlassen, während Peter Neururer in Hannover den Sturz nach unten verhindern will. Eines ist jedoch auch schon vorher sicher: Tabellenführer wird Bayern München bleiben.

Mit fünf Punkten führt der Rekordmeister vor der Konkurrenz, hat in Bielefeld eine dieser undankbaren Aufgaben vor sich. Eigentlich sollte der Sieg in der aktuellen Verfassung nicht in Gefahr geraten, aber die Arminen können zu Hause gerade gegen die Bayern die Zähne zusammen beißen und wie schon im Vorjahr für eine Überraschung sorgen. Damals machte Delron Buckley mit zwei Treffern den 3:1-Erfolg des Außenseiters perfekt und machte damit nicht nur die Liga insgesamt spannender, sondern brachte sein Team dem Klassenerhalt um einiges näher. In der nahen Vergangenheit sahen die Bayern in Bielefeld generell nicht so gut aus, konnten nur eines der letzten fünf Spiel gewinnen und kann sich so auch in diesem Jahr der drei Punkte nicht sicher sein, zumal Michael Ballack nach seiner Länderspielverletzung nicht auflaufen kann. Parallel spielt Verfolger Bremen im heimischen Weserstadion gegen einen motivierten VfL Wolfsburg. Im Nordduell kann es für beide Seiten nur um einen Sieg geben, Bremen muss auf München aufholen, Wolfsburg fehlen auch schon vier Punkte auf den erhofften UEFA-Cup-Platz. Dass die Angelegenheit spannend werden könnte, präsentierten beide Vereine vor einigen Wochen im DFB-Pokal; da gewann Bremen im Elfmeterschießen und dürfte auch dank der derzeitigen Offensivstärke auch an diesem Nachmittag der Favorit sein. Allerdings sprechen nicht nur der weitere Ausfall von Klasnic oder die akuten Abwehrschwächen dagegen, Wolfsburg sah in Bremen besser aus als jedes andere Bundesligateam und wird sich auch diesmal nicht mit einem Punkt begnügen wollen. Der Kampf um die Herbstmeisterschaft geht am Sonntag weiter, da steigt auch mit dem HSV der Dritte im Bunde in den Ring. Gegen den MSV Duisburg ist ein Sieg fest eingeplant, gelingt dieser, dann könnte man sich an Bremen vorbei auf Rang zwei schieben.

Dreht man die Tabelle, dann landet man beim 1. FC Nürnberg. Die Franken möchten mit Kulttrainer Meyer aus dem Loch wieder heraus, in das sie mit Wolfgang Wolf hinein gefallen sind, der Grundstein soll gegen Kaiserslautern gelegt werden. An diesem Samstag geht es nicht nur um drei, es geht um ganze sechs Punkte und diesmal kann sich die alte Fußballweisheit durchaus sehen lassen. Der Letzte trifft auf den Vorletzten, das Team mit den meisten Gegentreffern auf das mit den drittmeisten. Zudem hat Nürnberg bislang die wenigsten Tore der Liga getroffen, möchte aber mit einem Sieg gegen die Pfälzer eben jene überholen und zumindest mit Platz 17 eine etwas positivere Grundstimmung erhalten. Lautern wird da etwas dagegen haben, denn im Gegensatz zum Gegner hat man den Trainerwechsel noch nicht vollzogen, man kann aber davon ausgehen, dass im Falle einer Niederlage die Luft für Michael Henke zu dünn zum atmen werden würde. Gelingt Lautern oder Duisburg ein Sieg und Köln keiner, dann stehen die Rheinländer erstmals in dieser Saison auf einem Abstiegsplatz. Gegen Schalke 04 treffen die Kölner als viertletzter auf den Tabellenvierten und können damit schon aus der Natur der Sache heraus nicht mit einem Sieg rechnen. Die letzten vier Heimspiele bestätigen den Trend, Köln gewann keines davon, hat aber diesmal zumindest einen personellen Vorteil, denn nach Rost könnte auch Heimeroth im Schalker Tor verletzt ausfallen. Dann würde, da auch der dritte Torwart nicht auflaufen kann, A-Jugend-Schlussmann Fährmann ins kalte Bundesligawasser geworfen werden, nicht gerade ein Grund zum Jubeln bei den Knappen. Uwe Rapolder dürfte sich hingegen freuen, steht doch auch sein Job wie so viele andere zur Disposition, eines jedoch dürfte als Argument nicht zählen: der Punkt in Wolfsburg nach sechs Niederlagen in Folge war kein Befreiungsschlag, sondern schlichtes Glück, das aber vielleicht den Knoten hat platzen lassen. Den Abstiegskampf an diesem Wochenende komplettieren Mainz und Frankfurt im direkten Aufeinandertreffen sowie Hannover in Stuttgart. Dort möchte Peter Neururer einen Achtungserfolg zum Einstand, seinem Kollegen Trapattoni käme das gar nicht gelegen, würde er damit doch einer Demission näher kommen.

Zu guter Letzt bleiben zwei Partien übrig, in beiden geht es mehr oder weniger um das Verfolgerfeld. Der Sechste trifft auf den Neunten oder anders gesagt: Gladbach möchte daheim gegen Leverkusen den UEFA-Cup-Platz zurück erobern. Die Rheinländer kommen jedoch mit dem ersten Erfolg für Trainer Skibbe aus Dortmund zurück und werden sicher um einiges besser aufspielen als in den vergangenen Auswärtsspielen. Borussia Dortmund möchte endlich ein Zeichen setzen und plant bis Weihnachten der Sprung auf einen Platz im oberen Tabellendrittel. Aktuell steht Rang zehn zu Buche - absolutes Niemandsland und für den BVB eindeutig zu wenig. Auf Gegner Berlin und damit den UEFA-Cup-Platz fehlen sechs Punkte, die will Dortmund so schnell wie möglich aufholen. Andererseits fehlen auch nur sechs Punkte auf einen Abstiegsplatz, man darf also gewarnt sein und Berlin ist auch nicht gerade eine dankbare Aufgabe. Für die Hauptstädter läuft es zurzeit ausgezeichnet, endlich einmal hat man eine schlagkräftige Truppe zusammen und schielt schon insgeheim auf eine Champions League-Teilnahme. Im Westfalenstadion wird Wehmut aufkommen, der WM-Schauplatz von 1974 sieht sein letztes Bundesligaspiel, schon zum nächsten Heimspiel gegen Hannover läuft der BVB im Signal Iduna Park auf.

19. November 2005 - Marcel Hermes

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