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Vorschau zum zehnten Spieltag

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Auch der 10. Spieltag ist vom Kampf um die Tabellenführung geprägt, Bayern und Hamburg wollen an Bremen vorbei. Die Bremer konnten mit einem 6:2-Erfolg über Nürnberg an den Bayern vorbeiziehen, die auf Schalke durch einen fragwürdigen Elfer in letzter Minute nur zu einem Remis kamen. Hamburg steckt nach der schwachen Leistung gegen Wolfsburg in einer Minikrise.

Die Hanseaten konnten das unbefangene Spiel der Vorwochen nicht konservieren und zeigten schon gegen Frankfurt nur mauen Fußball in der heimischen AOL-Arena. Dort wird diesmal jedoch nicht gespielt, Hamburg tritt am Sonntag in Dortmund an und hofft natürlich, dass am Tag zuvor München und Bremen Feder gelassen haben werden, sodass im Siegesfalle der erste Platz heraus springen kann. Dagegen haben die Borussen natürlich etwas, schließlich will man selbst in die Europacupregionen vordringen und ärgert sich noch ein wenig über die vergebenen zwei Punkte im Risikospiel auf dem Betzenberg. Nun ist jedoch ein Heimerfolg und damit ein großer Schritt in der Tabelle ziemlich wahrscheinlich, denn wenn man die eigene Abwehr auch ohne Degen besser zum Laufen bringt (vor allem Metzelder und Wörns sollten endlich wieder in Form kommen), dann läuft das eigene Spiel wie von alleine, der Angriff ist derzeit recht gut aufgelegt. Hinzu kommt neben den erwähnten Schwächen des HSV dessen Belastung durch das Sofiaspiel vom Donnerstag, in dem der schwere Sieg mit einem Muskelfaserriss von Demel bezahlt werden musste. Schwerer wiegt jedoch der wegen seiner Rangelei gesperrte Ausfall von van der Vaart, der mit gutem Gewissen als Motor im HSV-Spiel bezeichnet werden kann. Die Vorzeichen sprechen also für den BVB, was sicher ganz im Sinne der 80.000 Zuschauer sein wird.

Ob aber Hamburg überhaupt die Chance zur Tabellenführung haben wird, hängt natürlich von den Paarungen von Bremen und München ab. Da erscheint es doch als äußerst fraglich, ob sich der Rekordmeister von der Isar in der heimischen Allianz-Arena gegen den MSV Duisburg eine Blöße geben wird. Bislang konnten die Gastteams dort nicht einmal ein Tor, geschweige denn einen Punkt erreichen und Duisburg ist nun nicht gerade der Gegner, der einen FC Bayern nach der Galaleistung gegen Turin ins Wanken bringen dürfte. Im Grunde stellt sich nur die Frage, ob München zu Beginn angreift, früh die Tore schießt und sich dann ausruht oder erst 80 Minuten nichts tut und dann erst zuschlägt, anders kann man es fast nicht sagen und auch wenn im Fußball alles möglich ist, wäre keinem zu raten, an diesem Nachmittag auf Duisburg zu setzen. Etwas offener sieht es da schon in Hannover aus, wo Spitzenreiter Bremen sein Gastspiel gibt. Zwar ist Hannover nun auch kein Angstgegner, aber immerhin ist es Auswärtsspiel, in dem Bremen bislang weniger gut ausgesehen hat, hinzu kommt die Verunsicherung nach dem Fastabschied aus der Champions League und die nach wie vor gravierenden Schwächen in der Hintermannschaft, die immer wieder durch den weltklasse Angriff ausgeglichen werden mussten. Also da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen und die Vorzeichen stehen wohl eher auf eine Rückeroberung der Ligaspitze vom FC Bayern als einer sicheren Verteidigung der Bremer oder gar einer Attacke von Hamburg.

Im zweiten Sonntagsspiel treffen mit Leverkusen und Stuttgart zwei Sorgenkinder der Liga aufeinander, für den VfB dürfte der Zittersieg in Rennes nur wenig Positives in Sachen Motivation gebracht haben, während Leverkusen nach der Pleite im ersten Spiel von Michael Skibbe bei Mainz 05 dumm aus der Wäsche schaut. In der BayArena werden die Weichen für beide Teams gelegt, das schlechte wäre objektiv gesehen ein Unentschieden, wodurch das Auf-der-Stelle-Treten weiter gehen dürfte. Der einzige UEFA-Cup-Vertreter, der schon am Samstag in den Ring steigen muss ist Hertha BSC Berlin. Die Hauptstädter müssen sich nach der Blamage in Bielefeld nun daheim gegen Mainz beweisen und werden danach sehen, ob die erhoffte Champions League Qualifikation ein realistisches Ziel sein wird. Ein interessantes Verfolgerduell findet in der VW-Arena statt, in der Gastgeber Wolfsburg auf Schalke 04 trifft und sich damit Vierter und Sechster gegenüber stehen. Hier ist der Ausgang relativ offen, Wolfsburg sah in der Vergangenheit immer gut aus, verlor zu Hause nur einmal gegen die Knappen und kommt mit Schwung aus dem Hamburgspiel in die Partie. Schalke erreichte unter der Woche in Istanbul nur ein 3:3, hat aber nun Glück, dass Wolfsburg auf den nach der Rangelei gesperrten Trainer Fach verzichten muss. Nominell gleichen sich Stärken und Schwächen aus, auch die Ausfälle auf beiden Seiten egalisieren sich weitestgehend, sodass noch nicht gesagt werden kann, wer den Topclubs am sichersten auf den Fersen bleibt.

22. Oktober 2005 - Marcel Hermes

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